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Fußdeformitäten

und Fußfehlstellungen

Nachfolgend erhalten Sie einen kleinen Überblick über die bekanntesten Fußdeformitäten, ohne jedoch einen Anspruch auf Vollständigkeit, denn es existieren zahlreiche Mischformen, die nur ein Arzt im Einzelfall voneinander abgrenzen kann. Daher wird hier nur auf die bekannten Fehlformen, wie z.B. Spreizfuß, Knickfuß, Hohlfuß, etc. eingegangen.

Der Spreizfuß
Der Spreizfuß ist wohl die häufigste anzutreffende Fußfehlstellung. Charakteristisch ist das durchgetretene Quergewölbe, wodurch die Zehen fecherförmig auseinander gespreizt werden. Daraus folgt eine Überbelastung der Mittelfußköpfchen 2-4 und eine Verbreiterung des Vorfußes, was oft zu Druckproblemen (Hühneraugen) führt. Der Spreizfuß ist häufiger bei Frauen zu finden als bei Männern. Zur Schmerzlinderung tragen breites, fußgerechtes Schuhwerk, Maßeinlagen und Schmetterlingsrollen bei.

Morton - Neuralgie
Bei der Morton - Neuralgie, oder auch Mortonneurom genannt, handelt es sich um eine Nervenkompression zwischen den Mittelfußköpfchen. Die zwischen den Mittelfußknochen verlaufenden feinen Nervenenden können einen Nervenknoten bilden, wenn sie ständig gereizt werden. Dieser Nervenknoten wird bei Belastung von den Mittelfußköpfchen komprimiert, was dann zum Schmerz oder Taubheitsgefühl führt. Häufig tritt das Mortonneurom in Kombination mit einem Spreizfuß auf. Als konservative Therapie können Einlagen mit kräftigen Quergewölbestützen (Pelotten) eingesetzt werden. Sollten diese nicht den erwünschten Erfolg bringen, bleibt oft nur der Gang zum Chirurgen.

Der Senkfuß
Der Senkfuß geht oft mit einem Spreizfuß einher. Daher findet man auf Rezepten auch oft die Bezeichnung Senk-Spreizfuß. Der Senkfuß ist im Grunde die Vorstufe des Plattfußes, da sich das Längsgewölbe zum Fußboden hin abflacht. Oft ist die Ursache des Senkfußes im Gewicht und in der beruflichen Tätigkeit (Stehberufe, wie z.B. Kellner) der Patienten zu finden. Daher trägt eine Kombination aus Gewichtsreduzierung, Fußgymnastik und einer Einlagenversorgung zur Schmerzlinderung bei.

Der Knickfuß
Beim Knickfuß ist die Ursache zumeist im voraus gegangenen Senkfuß zu finden. Beim Knickfuß knickt zusätzlich das Fersenbein nach innen und der Innenknöchel senkt sich dem Fußboden entgegen. Aufgrund dieser ungesunden Stellung, werden das Sprunggelenk und die Sehnen und Bänder stark belastet. Diese Fußfehlstellung sollte immer mit Einlagen nach Maß abgestützt werden, um eventuellen Verletzungen bei hohen Belastungen (z.B. Jogging) vorzubeugen.

Der Hohlfuß
Beim Hohlfuß ist ein stark ausgeprägter Fußrücken charakteristisch. Die Auflagefläche des Fußes beschränkt sich auf die Ferse und den Vorfuß, wodurch es in diesen Bereichen zu Überlastungen kommt. Durch die verkürzte Fußmuskulatur ist auch eine relative Fußunbeweglichkeit beim Hohlfuß typisch. Probleme bereitet beim Hohlfuß nicht nur die verkleinerte Belatungsfläche, sondern auch Druckprobleme im Schnürbereich durch den hochgesprengten Fußrücken. Die Versorgung erfolgt in den meisten Fällen mit Einlagen, die für eine gleichmäßige Belastung der Fußsohle sorgen, und im Bereich des Fußrückens mit Laschenpolstern, um den Schnürbereich zu entlasten.

Hallux valgus
Hallux valgus, Problemfuß, FußDer Hallux valgus wird oft durch falsches Schuhwerk (hohe Absätze in Kombination mit zu spitzem Vorfußbereich) hervorgerufen. Dies erklärt auch, warum zu 1/3 Frauen davon betroffen sind. Typisch ist der ausgeprägte, gerötete Ballen. Im weiteren Verlauf kommt es häufig durch Verlagerung von Muskelzügen und Überbelastung zum Spreizfuß und zum Hallux rigidus. Schmerzlinderung verschaffen fußgerechte Schuhformen und niedrige Absätze. Eine Korrektur des Hallux valgus ist zumeist nur mit einer Operation möglich.

Hallux rigidus
Der Hallux rigidus ist eine Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenks, die oft eine Arthrose nach sich zieht. Auch hier liegt die Ursache in den meisten Fällen im falschen Schuhwerk. Der Hallux rigidus ist anfangs äußerlich nicht erkennbar. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es beim Abrollvorgang zu Schmerzen in der Abstoßphase, da der Großzeh dem entgegen wirkenden Bodendruck nicht mehr nach oben nachgeben kann. In der Anfangsphase kann der Hallux rigidus konservativ mit Einlagen oder Ballenrollen versorgt werden, um die Schmerzen zu lindern. Eine ursächliche Behandlung bietet hier jedoch auch nur eine Operation.

Fersensporn
Fersensporn, Problemfuß, Fuß, FußschmerzDer Fersensporn ist eine schmerzhafte Erkrankung am Fersenbein. Durch eine Überbelastung (z.B. durch harte Absätze) oder Mikrotraumatisierung im Bereich des Fersenauftritts lagert der Körper als vergebliche Schutzreaktion Knochenmaterial im Bereich des an der Ferse befindlichen Sehnenansatzes ein. Diese Reaktion ist daher vergeblich, weil Verknöcherungen im Sehnenansatz weitere Reizungen und Entzündungen hervorrufen. Der Fersensporn ist meist vorne innen an der Ferse zu lokalisieren. Er ist durch gezielten Druck und Röntgenaufnahmen diagnostizierbar. Als Therapieformen stehen folgende Möglichkeiten zur Auswahl:

    weiche Absätze
    Einlagen mit Entlastungspunkten
    Cortisonspritzen
    Stoßwellentherapie
    Operation

Das Rezidivrisiko beim Fersensporn ist hoch, da er sich in den meisten Fällen bei wieder auftretender Überbelastung sofort wieder schmerzhaft bemerkbar macht.

Haglund-Ferse
Die Haglund-Ferse besteht oft von Geburt an, muss aber nicht zwingend zu Beschwerden führen. Es handelt sich dabei um eine Verknöcherung im Bereich des Achillessehnenansatzes, die häufig gut sichtbar ist. Bei Konfektionsschuhwerk kann es im Bereich der Hinterkappe zu Druckschmerzen und daraus resultierenden Schleimbeutel- oder Achillesehnenentzündungen kommen. In der Regel helfen orthopädieschuhtechnische Maßnahmen, bei denen die Hinterkappe im Bereich der Verknöcherung ausgespart werden. Selten sind operative Eingriffe notwendig.